Wie man sein Immunsystem ganz allgemein stärkt, wissen die meisten von euch. Einerseits mit Nahrungsergänzungen und Lebensmitteln die Vitamin C, D, A, Zink & Co enthalten. Anderseits natürlich mit genügend Schlaf und wenig Stress. Aber wirken die Nahrungsergänzungen zur Stärkung des Immunsystems auch beim Coronavirus? Oder können Sie uns vielleicht sogar schaden – das Virus unterstützen statt bekämpfen?

Die Empfehlungen zur Stärkung des Immunsystems haben sich nicht gross geändert. ABER es gibt auch kritische Stimmen, deren Argumente man kennen sollte. Allen voran möchte ich euch die Gedanken von Chris Masterjohn, PhD in Nutrition and Science weitergeben. Nachdem ich ihn im Interview mit Max Lugavere von The Genius Life gehört habe, las ich seinen Ratgeber: The Food and Supplement Guide For the Coronavirus.  Nachfolgend erkläre ich euch seine Erkenntnisse und Ratschläge* kurz und einfach.

SUPPORTING THE IMMUN SYSTEM CAN BACKFIRE

Masterjohn hat sich angeschaut, wie die Vitamine D, A, C und Zink, die bei Erkältungen und Grippe ganz gut funktionieren, mit dem Coronavirus interagieren. Viren verhalten sich sehr unterschiedlich und was das eine killt, nutzt das andere um sich zu vermehren. Mit dem Coronavirus haben wir noch zu wenig Erfahrungswerte, um mit Bestimmtheit sagen zu können, welche Wechselwirkungen stattfinden. Es gibt jedoch Hinweise, die auf ein gewisses Verhalten deuten.

Das Coronavirus ist äusserst bindungsfreudig und bedient sich der ACE2-Rezeptoren, um schneller in die Zellen des Wirts zu gelangen. ACE2 reguliert u.a. den Blutdruck; schützt damit vor Herz- und Kreislauf- (+Lungen-)erkrankungen.
Mit einer ausreichenden Versorgung von Vitamin D und A stärken wir unser Immunsystem und damit den Schutz vor Erkältungen und Grippe. Sie unterstützen die Bildung der Antikörper und ACE2, was sich für unseren Blutdruck, das Herz und die Lungen positiv auswirkt. Was passiert nun aber, wenn wir ACE2 erhöhen? Beispielsweise mit Vitamin D Supplementen, die ja heute fast alle zu sich nehmen und unbestritten viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Die meisten nehmen Vitamin D hochdosiert, weil die allgemein gültige Referenzmenge schlichtweg nicht ausreicht um eine therapeutische Wirkung zu zeigen. Vitamin D pusht aber ACE2 und somit erhöht sich die Chance für das Virus ganz schnell in die Zellen reinzukommen.

Eine hochdosierte Vitamin D Supplementierung könnte uns also anfälliger für Corona Viren machen. Vitamin D in Lebensmitteln wie Lachs, Eier etc. ist aber kein Problem! Menschen, die krankheitsbedingt hochdosiertes Vitamin D einnehmen müssen, sollten dies jedoch nicht einfach absetzen, sondern sich zuerst mit ihrem Arzt besprechen!

Vitamin A, C und Umcka (Pelargonium) unterstützen unser Immunsystem normalerweise auch, indem sie helfen Interferon zu bilden. Was bei vielen anderen Viren total nützlich ist, beim Corona hingegen Schaden anrichten kann. Das Coronavirus verhält sich ähnlich wie dasjenige von SARS (Severe Acute Respiratory Syndrom). Zuerst unterbindet es die Fähigkeit Interferon zu bilden, sodass es sich schnell vermehren und sich in der Lunge breitmachen kann. Sobald dies geschehen ist, produziert es selbst so unglaubliche Mengen an Interferon, dass sich ein Brandteppich von Entzündungen breitmacht (Zykotin-Sturm – es entsteht eine Überreaktion des Immunsystems) und die Lunge massiv geschädigt wird. In einem Frühstadion der Infektion, wenn das Virus das Interferon unterläuft, können Vitamin C, A oder Umcka allenfalls etwas Wirkung zeigen, da es nicht bewiesen ist, dass das Interferon-System total gestoppt wird. Sobald das Virus aber Interferon für sich nutzt um die Lunge zu schädigen, können Interferon-unterstützende-Nahrungsergänzungsmittel für eine entsprechend negative Wirkung sorgen.

Andere bekannte Mittel wie Zink, Kupfer oder Holunder hingegen dürften es dem Corona Virus eher schwer machen. Holunderblüten (Extrakt/Lutschtabletten) sind seit jeher bekannt für ihre antivirale Wirkung und werden vor allem bei Husten und Halsschmerzen eingesetzt.

Holunderblütenextrakt kann das Virus daran hindern, sich an ACE2 anzudocken. Masterjohn empfiehlt 700 bis 900 mg, verteilt auf zwei bis vier Dosen täglich. Sei es als Lutschtabletten, Kapseln oder Syrup.
Holunder blüht ja bald, vielleicht könnt ihr euren eigenen Sirup machen? Hier zeigt euch Christina Hubbeling in einem Beitrag von der NZZ (Bellevue) wie man Holunderblüten richtig erntet und verarbeitet.

Auch Zink scheint schon bei SARS gute Wirkung gezeigt zu haben. Zink hemmt die Vermehrung des Virus in den Zellen. Da das Virus sich zuerst in der Nase und/oder im Mund ausbreitet, bietet sich ebenfalls eine Lutschtablette an. Vitamin C und Zink sind oft kombiniert, so war es mir leider nicht möglich, ein Produkt mit Zink Lutschtabletten ohne Vitamin C zu finden (und ohne Zucker schon gar nicht – grrr…. Aber von Burgerstein gibt es welche, die pro Gabe nur 80mg Vitamin C enthalten.

Holunderblüten verhindern den Eintritt der Viren in die Zellen und Zink deren Vermehrung.

Wieviel Zink es braucht, damit es auch in der Lunge Wirkung zeigen kann, scheint nicht bekannt zu sein. Masterjohn schlägt deshalb vor, so hoch dosiert wie möglich ohne dass dabei Schaden angerichtet werden kann. Konkreet: Während der Coronazeit vier mal täglich 10mg. Normalerweise liegen die Empfehlungen für einen gesunden Erwachsenen bei insgesamt 7 bis 10mg täglich. Zink hat übrigens neben dem Einfluss auf das Immunsystem unglaublich viele gesundheitliche Auswirkungen wie du hier nachlesen kannst.

Wie Zink gehört auch Kupfer zu den essentiellen Spurenelementen. Die Einnahme von Zink kann aber die Absorption von Kupfer hemmen. Persönlich schaue ich beim Kauf von Zink immer auf gleichzeitige Kupferbeigabe, im Verhältnis 10 oder 15 : 1.

Kupfer ist für das Corona Virus toxisch! Es kann zwar auf Metall lange überleben, aber offenbar nicht auf Kupfer. Wieder davon ausgehend, dass das Virus sich in Nase, Mund und Hals zuerst vermehrt wäre ein Spray perfekt. Tatsächlich gibt es Nasensprays, die aus physiologischem Meersalz bestehen und mit Kupfer angereichert sind. Diese kann man ja auch als Halsspray verwenden …;)).

Fazit: Mit Vitamin A,C und D Nahrungsergänzungen nur supplementieren, wenn wirklich ein Mangel ausgewiesen ist. Lieber diese Vitamine durch viel frische Lebensmittel konsumieren und hie und da ein kleines Bad an der Sonne geniessen. Dafür Zink kombiniert mit Kupfer und was mir besonders gut gefällt: Holunderblüten. Mein persönlicher Ratschlag: in Form eines Hugos zum Apéro 🙂

Fotos
Beitragsfoto: Anna Shvets
Holunderfoto: RitaE–19628

 

*Es handelt sich lediglich um Empfehlungen aus dem Guide The Food and Supplement For the Corona Virus von Chris Masterjohn, PhD, und nicht um wissenschaftlich ausgewiesenen Studien! Wer krankheitsbedingt Medikamente einnimmt muss sich auf jeden Fall mit seinem Arzt besprechen, bevor er zu Nahrungsergänzungsmitteln greift. Es kann immer zu Wechselwirkungen kommen oder die Werte können sich verbessern:)) und ein Medikament ist plötzlich zu hoch dosiert. Also immer zuerst Labortest, dann gemeinsam mit dem Arzt Dosierung bestimmen und Werte regelmässig kontrollieren lassen!

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens!