Um grad mal vorneweg klar zu stellen: ich liebe Gesundheits-Gadgets total! Es gibt hier keine Schimpftirade auf Wearables, ich würde mich auch chippen lassen … zumindest für eine Weile. Nämlich genau so lange, bis ich ein Gespür dafür entwickelt habe und den Chip nicht mehr brauche. Ich bin total überzeugt davon, dass jeder selbst fühlt, was ihm gut tut und was nicht. Aber tatsächlich sind wir durch das Leben, das die meisten von uns sich entschieden haben zu führen, schlichtweg nicht mehr in der Lage zu beurteilen, ob wir uns mit Sport, Ernährung, Arbeit, Freunden etc. Gutes tun oder eben eher nicht. Bis zum awakening call –  was dann halt schon ziemlich spät ist, da kenn ich mich bestens mit aus.

Mein momentanes Lieblingsgadget ist der oura Ring. SLEEP LIKE A LOG – WORK LIKE A BOSS – TRAIN LIKE A CHAMP – wer möchte dies nicht?

Der Ring misst nicht nur, er gibt auch Ratschläge, das ist vor allem anfangs tatsächlich hilfreich. Wenn meine Herzratenvaribilität (HRV) absinkt, dann sagt mir das System „take a break“ und ich lasse mal ein Training ausfallen oder geniesse eine geführte Medition, zum Beispiel von Kenneth Soares oder ich erlaube mir auch mal einfach faul rumzuliegen. Sich tracken lassen ist eine Sache, sich die Daten anzuschauen und zu überlegen, was diese bedeuten wiederum eine ganz andere. Ich hatte schon diverse Schlaf-Apps und habe meist wieder aufgegeben, weil ich nicht viel damit anzufangen wusste. Der oura hingegen macht mir Freude, weil ich damit richtig arbeiten kann, da er mir Hinweise liefert, was grad nicht gut läuft. Weisst du ja selbst, denkst du jetzt – stimmt aber nur bedingt. Klar schlafe ich nicht so gut bei hohem Alkholkonsum, zu wenig Schlaf, Stress etc. aber sehr viele Dinge bemerke ich wirklich nicht.

 

Ob meine Temperatur nachts ansteigt, der Ruhepuls kurz vor dem Aufstehen am Tiefsten ist statt mitten in der Nacht, ich keinen DeepSleep erreiche etc. merke ich nicht einfach so, dies zeigt mir aber der oura Ring an und genau mit diesen Informationen kann ich anfangen auszuprobieren, wie sich meine Schlafqualität verändert (gerne verbessert;), wenn ich mein Verhalten ändere.

Was natürlich auch herausfordernd sein kann.  Beispielsweise, wenn ich plötzlich zwischen 21.30 und 22.15 Uhr ins Bett sollte, um eben längere Tiefschlafphasen und REM (Rapid Eye Movement) zu generieren.  Es ist nämlich so, dass ich eigentlich am liebsten nachmittags bis spät abends in die Nacht hinein arbeite. Aber nach 02.00 Uhr ist bei mir fertig deep sleep …  Ist also eine ganz schöne Herausforderung, meinen gewohnten Rhythmus umzustellen. Aber: es lohnt sich zu 100%, weil einmal mehr lerne ich zu spüren, worauf ich achten muss, welche Signale mir mein Körper gibt.

Der Ring eignet sich hervorragend, um langsam in die Thematik der Selbstverantwortung einzusteigen. Aufgrund der Daten gibt der Ring von Anfang an Tipps, ob du ein wenig mehr Bewegung brauchst oder eine Pause einlegen solltest,  andere Schlafzeiten angesagt sind oder du dich achten sollst, weil aufgrund des Temperaturanstiegs vielleicht ein Infekt am wüten ist (die Temperatur eignet sich übrigens auch für Frauen als Zykluskontrolle) also ganz simple Dinge. Mit der Zeit lernst du selbst zu spüren, wie es dir tatsächlich besser geht, wenn du dich an die Vorgaben hältst. Und du kannst anfangen zu experimentieren. Was mir besonders gefällt, ist auch die Tatsache, dass ich alle Geräte offline stellen kann. Oura speichert die Daten und erst wenn ich die Geräte entsprechend einstelle, werden die Daten übertragen.

 

Fotos: oura.com